Als Forschungs- und Transferinstitut für digitale Medizin plädiert Fraunhofer MEVIS gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) und der U Bremen Research Alliance (UBRA) im neuen Positionspapier »AI4Prevention« für einen Kurswechsel: weg von später, reaktiver Behandlung hin zu früher, präziser Prävention, die Patient:innen unnötige oder wenig erfolgversprechende Eingriffe erspart.
Gesundheitssysteme weltweit geraten unter Druck: alternde Gesellschaften, Fachkräftemangel und steigende Kosten treffen auf Strukturen, in denen der Großteil der Mittel weiterhin in die Behandlung fortgeschrittener Erkrankungen fließt und zu wenig in wirksame Prävention.
Im Zentrum steht die Idee eines Präventionskontinuums: Statt Primärprävention, Screening und Nachsorge als getrennte Silos mit starren Grenzwerten zu organisieren, nutzen KI-Verfahren klinische, genetische, Wearable- und Umweltdaten, um individuelle Risiken über die Lebensspanne hinweg kontinuierlich abzuschätzen und dynamisch anzupassen. So entsteht eine Versorgung, die schwere Erkrankungen früher erkennt, Ärzt:innen und Fachpersonal entlastet und Menschen länger gesund hält.
Die technologischen Grundlagen und viele der benötigten Daten sind vorhanden – jetzt braucht es vernetzte, vertrauenswürdige Gesundheitsdatenräume, ambitionierte Pilotprojekte und klare Rahmenbedingungen, die ärztliche Entscheidungshoheit, Transparenz und Fairness ins Zentrum KI-gestützter Prävention stellen.
Mit »AI4Prevention« geben Fraunhofer MEVIS, Leibniz BIPS und die UBRA Impulse, wie Politik, Forschung und Versorgung diesen Wandel gemeinsam gestalten können.
Das Positionspapier »AI4Prevention« steht hier zum Download bereit: News & Press